Der umfangreiche Kompass Guide - wir beantworten dir alle Fragen

Der Kompass existiert in seinen Grundzügen schon seit ungefähr 1.000 Jahren. Trotz der immer besser werdenden Technik, findet er als technik-freies Gerät auch heute noch in vielen Bereichen Anwendung.

Wir schreiben hier viele neue und interessante Informationen über das, auch in der Schifffahrt wichtige Navigationsinstrument. Wusstest du zum Beispiel, dass die Mehrzahl von Kompass “Kompasse” ist? Wir erklären darüber hinaus den Kompass, von seiner Entstehung, über seinen Aufbau und seine Funktion, bis hin zu den verschiedenen Kompassarten. Außerdem geben wir einen Überblick über alle Kompass-Apps, verfügbar für iPhone und Android.

Egal ob für den Kauf eines Kompasses, der reinen Information oder der Suche nach einer geeigneten Kompass-App, wir haben alle wichtigen Informationen zusammengefasst.

Für mehr Wissen über Kompasse findest du hier Informationen über

Wer hat den Kompass wann erfunden?


Der erste Kompass wurde bereits im 11. Jahrhundert in China benutzt. Damals noch als “nasser Kompass”, diente lediglich eine nasse, schwimmende Kompassnadel der Navigation. Die Einteilung in 24 Richtungen, wurde 50 Jahre später von Shen Kuo hinzugefügt.

Die Idee des trockenen Kompasses entstand erst 1269. Nicht bestätigte Erzählungen berichten über den Italiener Flavio Gioia, dessen Kompassnadel sich auf einem Stift bewegte. Erst Ende des 13. Jahrhunderts kombinierten Seefahrer des Mittelmeers dann die nun trockene Magnetnadel mit der Kompassrose, welche im Jahr 1400 in ein festes Gehäuse gebettet wurde, um es besser auf Schiffen platzieren zu können.

Heute werden Kompasse wieder mit einer Flüssigkeit gefüllt. Die reibungsarme Flüssigkeit soll Erschütterungen und damit verbundene Anzeige- und Ablesefehler verhindern.

Wie funktioniert ein Kompass?

Der Kompass dient der Bestimmung einer fest vorgegebenen Richtung. Dabei zeigt er Navigations-Kurse an, Himmelsrichtungen oder Peilrichtungen. Um aber zu verstehen, wie genau ein Kompass funktioniert, ist es zuerst wichtig, Grundzüge des Magnetismus, sowie den Aufbau eines Kompasses zu kennen.

Der Magnetismus als Basis für den Kompass

Unsere Erde wird von einem Magnetfeld umgeben und durchdrungen. Das Erdmagnetfeld hat, ebenso wie die Erde selbst, 2 Pole, zwischen denen sogenannte Feldlinien verlaufen. Die Pole des Erdmagnetfeldes liegen nahe den Polen unserer Erde. Hierbei ist der magnetischen Südpol jedoch nahe des geografischen Nordpols und umgekehrt.

Wird jetzt eine Magnetnadel benutzt, richtet diese sich entlang der Feldlinien aus und orientiert sich am magnetischen Süden, unserem geografischen Norden.

Um eine exakte Navigation zu ermöglichen, enthalten Kompasse Missweisungen. Diese gleichen den Abstand zwischen dem magnetischen Südpol und unserem geografischen Nordpol aus und lassen die Magnetnadel genau auf den Nordpol zeigen.

Aufbau des Kompasses

Der Magnetkompass besteht in seiner äußeren Hülle, aus einem Kompassgehäuse. Dieses enthält eine Kompassnadel mit Lagerung, eine drehbare Skala mit weiteren Markierungen und meist eine Dämpfungsflüssigkeit.

Die Kompassnadel, auch Magnetnadel genannt, besteht aus dauermagnetisiertem Metall oder ist mit einem solchen Dauermagneten verknüpft und sollte möglichst reibungsarm angebracht sein. Auf Schiffskompassen wird die Nadel häufig durch eine Kugel ersetzt. Die enthaltene Skala wird auch als Gradeinteilung verstanden und dient der Orientierung. Weit verbreitet ist hier die 360°-Einteilung. Zudem dient die Kompassrose zum Darstellen von Wind- oder Himmelsrichtungen. In ihrer einfachsten Form ist die Kompassrose lediglich als Pfeil dargestellt, der die Nordrichtung anzeigt. Auch die Dämpfungsflüssigkeit, die aus leichten Ölen oder Lösungsmitteln besteht, trägt einen wichtigen Teil zur Funktion des Kompasses bei. Sie verkürzt das Auspendeln der Kompassnadel stark und verringert Ablesefehler indem sie mögliche Erschütterungen der Nadel abdämpft.

Zudem besteht der Kompass aus weiteren hilfreichen Teilen, wie dem Deckel zum Schutz des Gerätes. Viele Kompasse enthalten einen Spiegel, der zum gleichzeitigen Peilen und Anvisieren von Objekten dient. Dazu kommt eine Visiereinrichtung, bestehend aus Kimme und Korn, die hilft, ein Objekt in der Landschaft anzupeilen sowie ein Richtungspfeil, der die eingestellte Richtung ablesen lässt. Bei der Arbeit mit Kompass und Karte dient eine Anlegekante zum leichteren Einordnen.Eine Halterung unterstützt das Halten des Kompasses während des Peilens.

Funktion des Kompasses

Kompasse bestimmen die Nordrichtung und damit alle anderen Himmelsrichtungen anhand verschiedener physikalischer und geografischer Gegebenheiten. Sie richten sich beispielsweise am Erdmagnetfeld aus oder orientieren sich an der Rotationsachse der Erde. Mit der Kompassnadel, -kugel oder -scheibe ist es so weltweit möglich, die exakte Ausrichtung des eigenen Standpunktes oder der eigenen Bewegung hinsichtlich der Himmelsrichtungen zu erfahren. So ist mit Hilfe eines Kompasses die Navigation in unbekannten Umgebungen möglich.

Welche Kompasse gibt es eigentlich?

Bis die heute bekannten Kompasse entstehen konnten, brauchte es viele Vormodelle. So diente bereits die Kimme als älteste Form des Kompasses, dem Anpeilen des Polarsterns in klaren Nächten.

Der nächste Fortschritt beschrieb den nassen Kompass, der seit dem 11. Jahrhundert in China als Navigationsinstrument diente. Die Entdeckung, dass sich Splitter aus Magneteisen nach Norden und Süden drehten, ließ hier die schwimmende Kompassnadel als “Südweiser” entstehen.

1269 entstand dann der noch heute oft genutzte trockene Kompass. Kombiniert mit einer Windrose (Kompassrose) und einem festen Gehäuse, unterscheiden sich heute verschiedene Arten des historischen Instruments.

Magnetkompass 


Der Magnetkompass ist wohl das bekannteste Kompass-Modell. Seine frei bewegliche Magnetnadel richtet sich anhand des Erdmagnetfeldes in die magnetische Nordrichtung aus. Die Feldlinien des Erdmagnetfeldes durchziehen weite Bereiche der Erde in geografischer Nord-Süd-Richtung. Da die existierenden Abweichungen relativ genau bekannt sind, kann präzise auf die geografische Nordrichtung geschlossen werden. Daraus ist es wiederum möglich, auch die anderen Himmelsrichtungen abzuleiten.

Magnetischer Kompass

Mögliche Formen des magnetischen Zeigers sind neben der traditionellen Form der Kompassnadel auch komplette Scheiben oder eine Kugel. Die Kugel wird häufig in Schiffskompassen eingesetzt.

Die Verwendung des Magnetkompasses ist ohne Elektronik oder einer anderen Energieversorgung möglich und bietet dadurch einen Vorteil gegenüber technischeren Navigationsgeräten. Zudem ist die Kurswinkelbestimmung mit Hilfe eines Kompasses oft einfacher und genauer.

Ein weiterer Vorteil ist die verbreitete Nutzbarkeit des Magnetkompasses. Während andere Navigationssysteme ab einer bestimmten Wassertiefe ausfallen, da sowohl Licht als auch Hochfrequenzsignale und Navigationssatelliten vom Wasser absorbiert werden, funktioniert der Magnetkompass auch hier. Das Erdmagnetfeld ist fähig, das Wasser zu durchdringen und bietet so U-Booten und Tauchern die Möglichkeit zur Navigation.

Jedoch ist auch eine Abweichung der Anzeige möglich. Befinden sich andere magnetische Felder in der Nähe des Kompasses, verzerren sie die Ausrichtung der Magnetnadel. Eine solche Abweichung, auch Deviation genannt, kann sowohl bei magnetischen oder magnetisierbaren Gegenständen auftreten, als auch bei fließendem Gleit- oder Wechselstrom.

Kugelkompass

Der Kugelkompass ist ein ebenfalls am Erdmagnetfeld ausgerichteter Kompass. Hierbei handelt es sich um eine Glaskugel, die mit einer Flüssigkeit gefüllt ist und eine, sich frei drehende Kompassrose mit Magnetnadel enthält.

Diese Bauart wird oft auf kleinen Schiffen und Flugzeugen verwendet. Durch seine Kugelform und der frei drehenden Magnetnadel führen verschiedene Neigungen der Schiffe und Flugzeuge nicht zu einem Anzeige- und Ablesefehler. Der Kugelkompass ist also durch seine permanent horizontal bleibende Kompassrose unabhängig von Lage und Neigung seines Standortes.

Die gefüllte Glaskugel ist fest in eine Halterung oder eine Steuersäule eingebaut. Ihre Flüssigkeit darf auch bei großer Kälte nicht gefrieren oder sich bei Hitze ausdehnen. Da die Flüssigkeit ebenfalls durchsichtig sein sollte, wird in vielen Kugelkompassen hochprozentiger Alkohol verwendet.

Wie bei allen, vom Erdmagnetfeld abhängigen Kompassen, kann auch der Kugelkompass von anderen Magnetfeldern irritiert werden. Vor allem Schiffe aus Stahl sollten daher andere Kompasse nutzen, um erhebliche Anzeigefehler zu umgehen. Als ausfallsicheres Backup finden sie jedoch auch auf großen Schiffen und Flugzeugen Verwendung.

Kreiselkompass

Der Kreiselkompass orientiert sich parallel zur Rotationsachse der Erde und kann so die Nord-Süd-Richtung anzeigen. Er orientiert sich also nicht am Erdmagnetfeld.

1851 entdeckte Léon Foucault die parallele Ausrichtung eines Kreiselinstrumentes zur Erdachse und experimentierte so bereits an den Grundprinzipien des Kreiselkompasses. Das technische Prinzip dieses Kompasses selbst, konnte sich Hermann Anschütz-Kaempfe 1904 patentieren lassen.

Der Kreiselkompass besteht aus einem sich schnell drehenden Rotationskörper, dessen Drehachse dabei in Nordrichtung eingestellt wird. Hierbei sollte möglichst wenig Reibung entstehen, da dies die Ausrichtung verzerren würde. Bis der Kreiselkompass ausgerichtet ist, dauert es 2 bis 4 Stunden.

Bei einer Kursanzeige ist jedoch der geschwindigkeitsabhängige Fahrtfehler zu beachten. Aus diesem Grund werden Kreiselkompasse überwiegend auf langsam fahrenden Schiffen verwendet.

Kompass-Apps

Auch Kompass-Apps machen sich das Erdmagnetfeld zu Nutze um die Himmelsrichtungen bestimmen zu können. Die meisten Smartphones besitzen heute viele Sensoren, die unter anderem magnetische Felder wahrnehmen und so die Himmelsrichtungen berechnen können. Diese Funktion ist, wenn vom App-Entwickler freigestellt, auch offline möglich und funktioniert sogar in Funklöchern.

Doch Kompass-Apps bieten auch Nachteile, auf die vor ihrem Gebrauch geachtet werden sollte. So besitzt beispielsweise nicht jedes Handy Sensoren, die für einen Kompass notwendig sind. Da Kompass-Apps wie viele andere Kompassarten mit dem Erdmagnetfeld arbeiten, können auch hier Störungen durch andere Magnetfelder oder Strom- und Hochspannungsleitungen verursacht werden.

Zwar funktionieren viele Kompass-Apps ohne Internet, jedoch wird es zum Herunterladen der jeweiligen App gebraucht. Daher sollte das Herunterladen in jedem Fall vor Beginn der Reise oder Tour stattfinden.

Kompass Apps im AppStore ( iPhone )

Apple Kompass iPhone-App

Die Apple Kompass iPhone-App ist bereits beim Kauf eines jeden iPhones installiert und damit kostenlos. Sie funktioniert auch ohne aktive Internetverbindung und kann neben dem Bestimmen von Himmelsrichtungen auch als Wasserwaage genutzt werden.

Commander Kompass

“Commander Kompass” ist in seiner Basisversion kostenlos und verfügt über Karten, einen Kreiselkompass, einen GPS-Empfänger, einen Tacho, einen Höhenmesser, einen Wegpunkt-Tracker und einen Koordinaten Konverter. Damit ist diese App bestens für Outdoor-Aktivitäten geeignet. Es ist sogar möglich, benutzerdefinierte Standorte oder Wegpunkte zu speichern und sich jederzeit an genau diese Stelle erneut navigieren zu lassen. Als kleines Extra, können auch Distanzen und Winkel mit dem Commander Kompass gemessen werden.

3D Compass (AR Compass)

Die kostenlose App “3D Compass - Augmented Reality” bietet seinen Nutzern neben einer regulären Kompassfunktion mit der Bestimmung von Himmelsrichtungen auch eine besondere Eigenschaft. Hier können Karteninformationen in Echtzeit übertragen werden. Zusammen mit GPS und Google Maps ist es so möglich, den eigenen Standort und die eigene Geschwindigkeit zu verfolgen.

Smart Compass

Die Navigationsapp “Smart Compass” bietet als kostenloses Tool einen Kompass mit Orientierung an magnetischen Sensoren. Besonders hierbei ist die eingebaute Kamera-Option. Die Umgebung kann so mit in die Navigation einbezogen werden und hilft bei der genauen Ortsbestimmung von Plätzen und Gebäuden. Zudem bleibt die Ausrichtung genau, unabhängig ob das Handy im Quer- oder Hochformat gehalten wird.

Kompass°

Die App Kompass° ist ein einfacher und kostenloser Kompass. Ausgelegt auf eine gute Lesbarkeit bei unterschiedlichsten Bedingungen, wird hier der Kompass über das ganze Display angezeigt.

Kompass Apps bei Google Play ( Android )

Compass

“Compass” bietet als kostenlose App neben ihrer Funktion als Kompass auch die Möglichkeit, Geo-Tag Notizen anzulegen. Der Kompass selbst funktioniert mittels Bewegungs- und GPS-Sensor und kann aus verschiedenen Kompass-Modellen ausgewählt werden. Ob als hilfreicher Nachtsichtkompass mit adaptierten Farben, als antikes Schätzchen oder als moderner digitaler Kompass, hier kann nach individuellen Geschmäckern navigiert werden.

Smart Compass

Die Navigationsapp “Smart Compass” bietet als kostenloses Tool einen Kompass mit Orientierung an magnetischen Sensoren. Besonders hierbei ist die eingebaute Kamera-Option. Die Umgebung kann so mit in die Navigation einbezogen werden und hilft bei der genauen Ortsbestimmung von Plätzen und Gebäuden. Zudem bleibt die Ausrichtung genau, unabhängig ob das Handy im Quer- oder Hochformat gehalten wird.

3D Compass (AR Compass)

Die kostenlose App “3D Compass - Augmented Reality” bietet seinen Nutzern neben einer regulären Kompassfunktion mit der Bestimmung von Himmelsrichtungen auch eine besondere Eigenschaft. Hier können Karteninformationen in Echtzeit übertragen werden. Zusammen mit GPS und Google Maps ist es so möglich, den eigenen Standort und die eigene Geschwindigkeit zu verfolgen.

Stabilisierter Kompass

“Stabilisierter Kompass” ist ebenso wie die anderen Apps kostenfrei. Durch einen besonderen Filter sollen hier die gemessenen Werte des Gyroskop-Sensors noch genauer werden. Ein weiterer Vorteil ist das User-Interface, welches auch bei starker Sonneneinstrahlung deutlich zu erkennen ist.

Compass Smart Pro Free

Auch die Nutzung der “Compass Smart Pro Free”-App ist ohne aktive Internetverbindung möglich. Kostenlos sind hier 3 verschiedene Aufmachungen des Kompasses und eine integrierte Wasserwaage. Standorte und gewünschte Ziele können mithilfe eines Lockers gespeichert und später wieder abgerufen werden. Die großen Zahlen können zudem auch bei starker Sonneneinstrahlung gut gelesen werden. Vor Benutzung der App sollte das Smartphone allerdings richtig kalibriert werden.

Compass 360 Pro

Der Compass 360 Pro ist nach kurzer Kalibrierung in der Lage, die Himmelsrichtungen sehr genau zu bestimmen. Das Design des Kompasses lässt sich in den Einstellungen zu simpel, golden oder nice ändern. Auch diese App ist kostenlos.