Antifouling

Antifouling ist ein Bewuchsschutzmittel um unerwünschten Fouling an Schiffsoberflächen entgegenzuwirken. Dabei werden permanent toxische Mittel in das Wasser gegeben, sodass eine Ansiedlung von Wasserorganismen verhindert beziehungsweise verzögert wird. Betroffene Stellen sind hierbei:

Sofern das Boot über eine längere Zeitspanne im Wasser liegen bleibt, sollte der Gedanke an ein Antifouling aufkommen. Dabei werden verschiedene Partien des Schiffs mit einem Antifouling-Anstrich versehen. Am besten eignet sich der Anstrich, wenn es vor dem Beginn der nächsten Saison geschieht. Davor muss jegliche Ansiedlung entfernt werden.


Fouling

Feste Oberflächen in wasserbaulichen Anlagen werden von pflanzlichen und tierischen Organismen besiedelt. Dies gilt nicht nur für natürliche Hartböden wie Felsen, Treibholz oder Korallenriffe. Sondern auch künstlich eingebrachte Oberflächen aus Stein, Holz oder Kunststoff sind betroffen. Demnach sind Schiffsoberflächen innbegriffen. Die Ansiedlung ist ein immer wiederkehrender Prozess und muss mit Vorsorge behandelt werden.

Warum tritt Fouling auf?

Der Grund des Bewuchs hängt von einigen Faktoren ab. Das Bewuchsrisiko steigt mit einer steigenden Wassertemperatur und einem höheren Salzgehalt. Wassertiefe und Strömung sind ebenfalls wichtige Aspekte. Je tiefer das Wasser, desto weniger die Sorge, dass bewuchsfördernde Organismen an das Schiff ansiedeln.

Folgen von Fouling

Der Anwuchs bringt viele Folgen mit sich, welche die Sicherheit an Bord beeinträchtigt.

Bei zunehmenden Bewuchs wird das Boot schwerer, wobei der Strömungswiderstand ansteigt. Aufgrund dessen verlangsamt sich die Fahrt, was den Treibstoffverbrauch erhöht. Viel wichtiger zu wissen ist, dass die Manövrierfähigkeit des Bootes darunter leidet. Dabei werden viele, plötzlich auftretende Reaktionen nicht wahrgenommen. Ebenfalls wird die Lebensdauer des Schiffs dadurch beeinträchtigt.

Demnach ist der Bewuchs des Schiffes nicht nur unschön für das Auge. Der Schutz auf dem Boot wird nicht mehr gewährleistet und sollte schnellstmöglich hergestellt werden. Deswegen wird auf Antifouling zurückgegriffen.

Arten von Antifoulingsystemen

Der Markt für die Produkte hat sich in den letzten Jahren stetig entwickelt. Grund dafür waren neue Gesetze und Richtlinien.

In den 1970er Jahren wurden hochgiftige Tributylzinnverbindungen (TBT) verwendet. Diese wurden vorerst als umweltverträglich deklariert. Sie waren einige Zeit in ihrer Effektivität gegen Bewuchs unschlagbar. Erst nach fast 30 Jahren konnte die Verwendung gestoppt werden. Viele Organismen waren durch die angewendeten Stoffe vom Aussterben bedroht. Seitdem werden andere Biozide verwendet, die ebenfalls effektiv gegen Fouling helfen. Beispielsweise stellen Kupfer und Kupferverbindungen die Hauptbiozide dar. Die angewendeten Biozide sind zwar weniger schädlich als TBT, jedoch immer noch mit Nebenwirkungen auf Wasserorganismen verbunden. Daher wurden biozidfreie Antifoulingsysteme entwickelt. Diese werden als Alternative zu den toxischen Stoffen gesehen und sind weniger schädlich. Die biozidfreie Silikonfarbe zeigte auf dem Markt eine sehr gute Performance. Die Lebensdauer beträgt 10 bis 25 Jahre und umfasst im allgemeinen niedrigere Kosten bei der Anschaffung.

Wahl des richtigen Antifoulings

Bei der Wahl des richtigen Antifoulings müssen einige Faktoren berücksichtigt werden. Nicht jedes Antifouling haftet auf jedem Material. Ein Großteil hält auf GFK, Holz und Stahl, wobei die Auswahl bei Edelstahl und Aluminium eher gering ist.

Auch die Geschwindigkeit deines Bootes spielt eine wichtige Rolle bei der geeigneten Wahl. Generell wird zwischen selbstpolierendem und hartem Antifouling entschieden. Die selbstpolierende Variante gibt ein Biozid in das Wasser ab und erzeugt somit eine Schicht um den Rumpf. Diese verhindert das Ansiedeln von Organismen. Für schnelle Boote ist dies jedoch nicht geeignet. Die Geschwindigkeit würde das Antifouling zu schnell ablösen.

Durch das harte Antifouling entsteht eine stabile Lackschicht. Die glatte Oberfläche verhindert somit den Bewuchs. Das Bewuchsverhältnis des Gewässers ist ebenso relevant. Je nach Gewässer befinden sich mehr oder weniger Wasserorganismen vor Ort. Andere Bootseigner können hierbei nach Erfahrungen gefragt werden.

Wer sein Boot einst gestrichen hat, sollte recherchieren, ob das Antifouling mit der alten Schicht kompatibel ist. Ansonsten finden sich entsprechenden Angaben auf den Dosen oder auf der Produktseite des Herstellers im Internet.

Vorbereitung für den Anstrich mit Antifouling

Die Rückstände des Foulings sollten vor dem Anstrich gründlich entfernt werden. Ein weiterer Vorteil wäre es, das alte Antifoulingsystem komplett zu beseitigen. Danach sollten die betroffenen Oberflächen entfettet werden und frei von Schleifrückständen sein. Diese können nämlich die Lebensdauer des Antifoulings minimieren.

Ebenfalls sollte die richtige Wahl einer Grundierung getroffen werden. Diese verhilft dazu, dass das Antifouling besser haftet und ebenmäßiger im Auftrag ist.

Applikationsmethode

Ein idealer Auftrag wird durch das Aufspritzen gewährleistet. Dadurch entsteht ein äußerst gleichmäßiger und glatter Anstrich. Aber dies ist nicht mit allen Antifoulings möglich. Die meisten Mittel können mit einem Pinsel oder einer Farbrolle aufgetragen werden. Der Vorteil einer Farbrolle ist hierbei jedoch, dass dieser keine Pinselstriche hinterlässt. Unebenheiten ermöglichen Wasserorganismen eine gute Gelegenheit, um sich auf der Oberfläche festzusetzen.

Gesundheitlicher Aspekt

Es ist wichtig, gesundheitliche Maßnahmen beim Auftrag zu beachten:

  1. Das Antifoulingmittel kann Stoffe freisetzen, welche die Gesundheit gefährden. Demnach sollte das Einatmen von giftigen Stäuben, Lösungsmitteldämpfen und Spritznebel unterlassen werden. Eine gute Belüftung ist grundsätzlich Pflicht. Ansonsten müssen Atemschutzmasken getragen werden.
  2. Der Kontakt mit manchen Farben kann zu Hautirritationen führen. Deshalb sind Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Schutzbrille vorgesehen. Falls die Haut dennoch in Berührung mit der Farbe kommt, reichlich mit Wasser und Seife abwaschen.
  3. Antifouling ist leicht entzündlich. Man sollte offene Flammen und Rauchen vermeiden. Der Funkenflug von Schleifgeräten kann ebenfalls gefährlich werden.
  4. Am Ort der Verarbeitung sollte nicht gegessen und getrunken werden.

Antifouling auftragen

Nachdem alle Maßnahmen getroffen und das Boot gründlich vorbereitet wurde, kann das Antifouling aufgetragen werden. Das Vorgehen kann von der Dosenaufschrift entnommen werden.

Falls ein mehrkomponentiges Antifouling vorliegt, müssen die einzelnen Komponenten miteinander vermischt werden. Ansonsten sollte in jedem Fall gründlich umgerührt werden.

Es gilt zu beachten, in wie vielen Schichten das Antifouling aufgetragen werden soll. Ebenfalls müssen die Trocknungszeiten zwischen den Schichtaufträgen und vor dem Slippen berücksichtigt werden. Das Wetter beeinträchtigt die Trocknungszeit. Bei Kälte sowie hoher Luftfeuchtigkeit wird die Trocknungszeit erhöht. Bei höheren Temperaturen hingegen verkürzt. Dabei wird der Anstrich erschwert. Zudem sollte ein Anstrich in direktem Sonnenlicht vermieden werden. Dadurch kann die Verlaufseigenschaft der Farbe verändert werden.