America's Cup

Definition

Die America’s Cup (AC) wird definiert als eine Segelregatta. Es ist ein Wettkampfsport, in welcher Segelschiffe auf einer vorher festgelegten Strecke gegeneinander antreten. Die Dauer des Wettkampfs kann zwischen Stunden und Monaten variieren. Verteidigern und Herausforderern ist die Regelsetzung freigestellt. Dies bedeutet, dass die Anzahl und Dauer der Fahrten nach Vereinbarung beider Parteien festgelegt wird. Ebenfalls einigen sie sich darauf, welcher Bootstyp für den Cup vorgesehen ist. 1870 wurde die erste Regatta angetreten. England hat Amerika dazu herausgefordert. Den Namen hat der Cup deshalb durch seinen ersten Gewinner – die Yacht America des New York Yacht Clubs (NYYC).

Verteidiger & Herausforderer

Die Verteidiger innerhalb des AC’s sind jeweils die letzten Gewinner der Segelregatta. Demnach wird der nächste Wettkampf im Heimatland der Gewinner angesteuert. Der erste Herausforderer wird als „Challenger of Record“ bezeichnet. Sofern alle Bedingungen mit der Stiftungsurkunde übereinstimmen, kann der Herausforderer, zusammen mit dem Verteidiger, Regelungen festsetzen. Diese Regelungen sind für den nächsten Cup vorgesehen. Dabei wird der Boots-Typ, die Dauer der Regatta und die vorhergesehene Strecke festgelegt.

Geschichte:

1851 – 1983

Im Jahre 1851 fand in England eine Weltausstellung statt, in der jedes Land seine besten Produkte dargeboten hat. Die Engländer haben die Amerikaner darum gebeten, mit einer Yacht nach England zu kommen. Auf diesem Wege haben sie sich erhofft, sich innerhalb einer Regatta messen zu können.

Der New York Yacht Club nahm die Herausforderung an. Der Wettkampf fand am 22. August 1851 vor der britischen Isle of Wight statt. Der zunächst unter 100 Sovereign Cup bekannte Kampf, wurde nach dem Sieg von Amerika in America’s Cup umbenannt. Der Pokal wurde Amerika übermittelt, jedoch mit der Intention, dass andere Länder diesen herausfordern können. So wird dieser als Wanderpokal gekennzeichnet.

1870 traten zum ersten Mal weitere Mannschaften gegeneinander an.

Die Amerikaner verteidigten ihren Platz 132 Jahre lang. Dies bedeutet, dass die Siegesserie von 1851 bis 1983 andauerte.

1983 – 1990

Der australische Geschäftsmann Alan Bond trat einige Male erfolglos im America’s Cup an. 1983 gewann er diesen zum ersten Mal. Wobei dies bedeutet, dass erstmals ein nicht-amerikanisches Team den Pokal mit nach Hause nahm. Die Australier traten dabei gegen den amerikanischen Dennis Conner an, der den Cup vier Mal bei neun Teilnahmen gewonnen hat.

Nach der Siegesserie der Amerikaner wurde der Pokal in der Vitrine des New York Yacht Clubs festgeschraubt. Demnach musste dieser vor der Übergabe handwerklich entnommen werden. Der Pokal blieb nicht lange bei den Australiern. Im Jahre 1987 holte Dennis Corner diesen zurück in die USA.

1988

Das darauffolgende Jahr wurde Amerika durch Neuseeland herausgefordert. Der Wettkampf wurde als Mis-Match deklariert. Die Australier verwendeten eine 36 Meter lange Yacht, weshalb Dennis Conner mit einem Zweirumpfboot antrat. Beide Parteien landeten am Ende im Gerichtsaal und warfen sich Regelbruch vor. Letzteres behielt Amerika den Pokal.

1992

Nachdem das Verfahren eingestellt wurde, wurde eine neue Yacht-Klasse festgeschrieben. Diese nennt sich die „International America’s Cup Class“ (IACC). Im Folgenden wird eine Auflistung der Eigenschaften wiedergegeben:

Länge
26 Meter
Breite
4,50 Meter
Tiefgang
4,10 Meter
Masthöhe
33 Meter
Segelfläche am Wind
320 Quadratmeter
davon Großsegel
215 Quadratmeter
Spinnaker
160 % der Segelfläche
Gesamtgewicht
Max. 24 Tonnen
Kielballast
19 Tonnen
Crewgröße
17 Personen + 1 Gast
Um weitere Regelbrüche zu vermeiden, wurde das Gesetz eingeführt, dass Verteidiger wie auch Herausforderer mit gleichen Booten den Wettkampf anzutreten haben. Demnach werden die Boote in vorgegebenen Rahmen konstruiert.

1995 – 2003

Im Jahre 1995 und 2000 hatte das Team Neuseeland zweimal gewonnen. Der 31. America’s Cup wurde im neuseeländischen Hauraki Gulf im Jahre 2003 ausgetragen. Erstmals gewann ein europäischer Staat den Cup – die schweizerische Alinghi.

2003

Für den nächsten Cup wurde geplant, erstmals einen deutschen Herausforderer in das Rennen zu schicken. Dem Düsseldorfer Yachtclub ist es durch finanzielle Mittel gescheitert, das Boot fertig zu stellen. Demnach konnte Deutschland nicht teilnehmen. Das Boot wurde für Trainingszwecke an das neuseeländische Team „Emirates Team New Zealand“ verliehen. Dieser war der Herausforderer von Alinghi im America’s Cup 2007. Das deutsche Team hat das Boot Ende 2006 segelfertig zurückbekommen.

2007

Der 32. America’s Cup konnte nicht in der Schweiz ausgetragen werden, da es ein Binnenland ist. Demnach wurde entschieden, den Wettkampf vor der Küste Valencias (Spanien) anzutreten. Nach der ersten Regatta war dies das erste Mal, dass der Cup in Europa stattfand.

Erstmals wurde ein deutsches Boot angemeldet. 12 Teams aus 9 Ländern traten als Herausforderer gegen die schweizerischen Cup-Verteidiger an. Das Finale wurde geführt durch die Schweizer Alinghi und dem Team New Zealand. Auch dieses Mal gewann die Schweiz den Cup.

2010

Im Jahre 2010 wurde der 33. America’s Cup ausgeführt. Der spanische Club „Nautico Español de Vela“ war der erste Herausforderer an die Schweizer Alinghi. Dieser wurde jedoch gerichtlich disqualifiziert, da einige Unstimmigkeiten zu der Stiftungsurkunde auftraten. Demnach waren die nächsten Herausforderer der Golden Gate Yacht Club. Zusammen mit der Schweizer Alinghi sollten sie die Regeln für den nächsten Cup bestimmen. Beide Teams konnten sich auf keine einheitliche Regelung festlegen, weshalb die Stiftungsurkunde galt. Dabei waren ca. 27 Meter lange Boote vorgeschrieben.

Letztlich gewann der Golden Gate Yacht Club.

2013

Der 34. America’s Cup fand im Jahre 2013 in San Francisco statt. 7 Teams sollten neben dem Titelverteidiger antreten. Vorgeschrieben waren Yachten der Klasse „AC 72“. Diese Katamaren haben eine Länge von 22 Metern und eine Breite von 14 Metern. Das Boot wurde von 11 Personen geführt. Dieses hatte ein starres Flügelsegel von 40 Meter Höhe und eine Flügelfläche von 230 bis 260 Quadratmetern. Bei genügend Geschwindigkeit heben sogenannte „Foils“ das Boot soweit an, dass die Rümpfe keinen Wasserkontakt mehr haben. Diese „Foils“ sind demnach unter Wasser angebrachte Flügel, welche den Strömungswiderstand deutlich vermindern. In diesem Cup wurden diese zum ersten Mal verwendet. Innerhalb der Trainingsrunden kenterte ein Boot. Bei dem schwedischen Katamaran Artemis brach der vordere Querträger und das Boot klappte zusammen. Andres Simpson, aus dem internationalen Team der Briten, wurde dabei unter Wasser gedrückt und ertrank. Sechs Monate zuvor kenterte bei einem Abfallmanöver das Boot von Oracle über den Bug. Dieser wurde später durch die Strömung und den Wellen stärker beschädigt. Das Management des 34. America’s Cup hat demnach diverse Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit vorgeschlagen. Besatzungen dürfen seither nur noch mit Helmen, Schwimmwesten, Notmessern und Minibeatmungsgeräten auf das Wasser. Letztlich gewann das Oracle Team USA den 34. America’s Cup.

2017

Die Regatten fanden von dem 26. Mai bis zum 26. Juni im Großen Sund der Bermuda-Inseln statt. Neben dem Titelverteidiger Oracle Team USA nahmen 6 weitere Teams als Herausforderer teil.

Für diesen Cup war der Bau eines Katamarans vom Typ AC50 vorgesehen.

Diesesmal war der Regattaablauf nicht wie zuvor. Innerhalb der Qualifikationsrunde, in der die Boote paarweise gegeneinander antreten, durfte auch der Cup-Verteidiger teilnehmen. Obgleich dieser schon für das Finale qualifiziert war, konnte er dadurch nicht nur sein Boot perfektionieren, sondern auch die Gegner studieren. Er konnte weitere Punkte erzielen und den Wettbewerbern somit die Punkte wegnehmen. Ebenfalls beeinflusste er somit die Auswahl für den Finalisten. Die besten vier Herausforderer der Qualifikationsrunde ermittelten in Viertel– und Halbfinalregatten den finalen Herausforderer. Letztlich standen sich vom 04. bis 12. Juni Emirates Team New Zealand und Land Rover BAR sowie Artemis Racing und SoftBank Team Japan gegenüber. Nach einigen Regattarunden wurde Team New Zealand als Finalist gekürt und stand der amerikanischen 17 gegenüber. Hierbei waren sieben Siegpunkte nötig. Team New Zealand startete mit – 1 Punkt, da diese innerhalb der Qualifikationsrunde hinter der 17 gelegen haben. Während die Verteidiger also nur sieben Wettfahrten gewinnen müssten, benötigten die Neuseeländer acht Siege. Nach einigen Qualifikationsrunden wurde ersichtlich, dass das Team New Zealand dem Team 17 etwas überlegen war. Sie gewannen den 35. America’s Cup.

36. America’s Cup 2021

Der neuseeländische Klub Royal New Zealand Yacht Squadron wird den Cup verteidigen. Der CEO des Modekonzerns Prada „Fabrizio Bertelli“ wollte als erster Herausforderer den nächsten Cup antreten. Der Zeitraum ist vorgesehen für den Sommer im Jahre 2021. Als Boote werden Einrumpf-Yachten eingesetzt. Sie werden mit 75 Fuß auch deutlich größer sein, als die vorherig eingesetzten Katamarane. Die Besatzung beläuft sich auf 10 bis 12 Personen.

Festgelegt ist, dass jeder Teilnehmer zwei Yachten bauen darf, wobei Testfahrten zwischen den beiden Booten nicht erlaubt sind. Dadurch, dass eine Zeitspanne von vier Jahren zwischen den Cup’s liegt, haben die Teams genügend Zeit für die Entwicklung der Yachten. Neue Regeln waren vorher gesehen. 20 Prozent der Besatzung müssen einen Pass oder den Hauptwohnsitz im Herkunftsland haben. Diese Nationalitätregel kann für die Herausvorderer von Nachteil sein, da nur Neuseeland in der Vergangenheit ein komplett besetztes Team nur aus Landsleuten aufgestellt hatte. Durch die Entwicklung eines neuen Bootstyps, der Bau von zwei Booten pro Team, die Nationalitätsanforderung, sowie die langen Aufenthalte im fernen Neuseeland kostenintensiv sind, rechnen die Verteidiger mit nicht mehr als acht Teams. Im Jahre 2019 und 2020 sollen Vorregatten stattfinden, in der der Verteidiger jedoch nicht teilnimmt.